Legacy (03/2016)
von Dirk Zimmermann

Gitarrist Carsten Schluch erläutert die Beweggründe, nicht auf Englisch zu singen. "Wir haben schon immer Vereinzelt auf deutsche Texte zurückgegriffen, um persönliche Erlebnisse besser auszudrücken. Nach "Secret..." haben wir ein bis zwei Stücke auf Deutsch komponiert und getextet. Diese Texte waren so intensiv, dass wir uns entschlossen, daran festzuhalten. Die Schwierigkeit besteht darin, nicht in schwülstige Plattitüden abzudriften. Der Song muss eine Geschichte erzählen, die der Hörer fühlen, schmecken und riechen kann. Um den Erzählungen Nachdruck zu verleihen, erzählen wir meist in der Ich-Form." Thion heißt der mentale Zufluchtsort, hier muss Sänger Uwe erläutern, was genau es mit diesem Namen auf sich hat. "Der Name entstand aus einem Wortspiel der Vorläuferband E605. Dies ist der in Deutschland verwendete Name des Insektizids und auch Warmblütergifts Parathion. Thion war demnach das Ende Von E605 und doch zugleich die Geburt von ACT OF CREATION. Die Band ist unsere Zuflucht - definitiv nichts würde demnach besser passen." Das macht Sinn, für Band und Hörer. Gerade beim Dosenöffner "Tagtraum" wird man auf die Widrigkeiten des Alltags mit all seinem Druck gestoßen. Insofern schreiben sich da die Texte für ACT OF CREATION fast wie von selbst. Oder doch nicht? "Ja, sicherlich geht es um den Alltag, um die Erfahrungen, welche abgesehen von "Ein kleines Dankeschön" (Zum Glück) Schwere Episoden unseres Lebens widerspiegeln. Die Musik ist unser Weg, Unerträgliches zu verarbeiten. Der Alltag legt uns nichts in den Schoß, er füttert uns mit Themen." Mit dem Album muss man im wahrsten Sinne warm werden. Besonders ab der zweiten Hälfte drehen ACT OF CREATION richtig auf und feuern starken Song um starken Song raus. Es braucht zwei, drei Stücke bis man auf Betriebstemperatur ist. Die Band leistet fast jeden Aspekt einer Produktion in Eigenregie, da hat sich ein eingespieltes Team gefunden. Trotzdem bringt ein externer Produzent auch wichtige Impulse. "Es besteht schon ein Reiz, mit externen Leuten zu arbeiten, die einen weiter bringen und durch deren Erfahrung wir lernen können. Allerdings darf dabei nicht der spezielle Sound von ACT OF CREATION verloren gehen. Sie müssen unsere Musik fühlen und Verstehen. Auf Eroc würden wir aber ungern verichten. Er zeigt uns immer andere Sichtweisen auf unser Schaffen auf und beruhigt durch seine Erfahrung auch im allersgrößten Stress. "Thion" ist eine Eigenproduktion, geleistet mit einem bewährten Team rund um die Band. Braucht eine junge Metal-Band heutzutage noch ein Label? Diese Frage wird vor dem Hintergrund der Umbrüche in der Musikindustrie oft heiß diskutiert. Für Gitarrist Carsten gibt es da kein Jein. "Auf jeden Fall! Bis zu einem gewissen Level mag es noch ohne Label gehen, aber um mehr Leute zu erreichen, sind deren Erfahrungen, Verbindungen und Vertriebsmöglichketen alternativlos, und dem Wachstum ist schnell ein Ende gesetzt." ACT OF CREATION sind eine moderne Death- Metal-Band, die aber auch andere Genres in ihren Songs stattfinden lässt. Bei der Thematik, die die Band behandelt, würde eine Prise Doom Metal wunderbar schmecken. Hier meldet sich Gitarrist Christian zum ersten Mal zu Wort. "Bisher haben wir noch keinen Song geschrieben, der musikalisch mit doomigen Einflüssen harmoniert hätte, da wir generell im mittleren bis schnellen Tempo unterwegs sind. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, da wir generell keine Scheuklappen bezüglich der verschiedenen Metal-Stile haben. Casis ureigenes Gitarrenspiel schweißt das Ganze zu einer musikalischen Einheit und sorgt dafür, dass es sich in jedem Fall nach ACT OF CREATION anhört."


Metalunderground.at
05.04.2016 von Robert

“Thion” das neueste Werk der deutschen Melodic Death/Thrasher Act of Creation ist in trockenen Tüchern. Durchaus ein guter Grund mehr über die Jungs und ihre Zukunftspläne zu erfahren.
Beginnen wird doch erst einmal mit der Vorstellungsrunde.
Uwe : Guude Robert ! Ich bin der Uwe – Mikrophon und Texte.
Casi: Casi, Gitarre und Live 2.te Stimme.
Chris : Chris, RH & Lead Gitarre.
Mario: Ich bin der Mario und bediene den Bass.
Tim : Servus, Tim , Drums.
Nicht zu vergessen ist unser Maskottchen und imaginäres Bandmitglied Jordan, der die Studio Vocals übernimmt.

Wie lange gibt es Euch bereits – auch in dieser Formation, Namen, weitere Bands, in denen Ihr tätig seid, usw…)!?
Tim: In dieser Formation gibt es uns noch nicht sehr lange. Casi ist Gründungsmitglied und macht mit Chris seit ca. 2 Jahren Musik. Letztes Jahr stieß Casis alter Weggefährte Uwe zu uns und vor einem halben Jahr Ich und Mario fast zeitgleich. Uwe,Mario und Casi kennen sich schon sehr lange aus der Vorgängerband E 605, sind also gute Freunde. Für frischen Wind haben ich und Chris dann gesorgt :-)

Thion nennt sich euer neuestes Album. Wie lief der Songwritingprozess ab?
Casi: Meist habe ich eine ungefähre Vorstellung wie ein Song Stilistisch ausgerichtet sein sollte. Ich lege dann das Grundgerüst mit Klicks und RH Gitarre und die anderen Ergänzen den Song durch ihre Einflüsse und Ideen.

Bei der Song Reihenfolge, auf CD und live, entscheiden wir zusammen durch welche Songanreihung ein gewisser Fluss entsteht.

Warum gab es eine 5 jährige Pause?
Casi : Da wir auf dem Land leben sind die wirklich guten Musiker sehr dünn gesät. Timo hatte Lay Down Rotten bedingt leider keine Zeit mehr für AOC, Kai hat ein Haus gekauft an dem sehr viel zu machen ist und ich habe die Meisterschule begonnen. Dadurch blieb mir leider neben Familie, Arbeit,Umbau und Schule keine Zeit mehr für die Musik. Da ich auch nie etwas halbherzig mache, lag die Band erstmal auf Eis.

Was sind aus Eurer Sicht die gravierenden Unterschiede zu den Vorgänger-Alben?
Chris : Thion ist deutlich atmosphärischer, düsterer und progressiver ausgefallen, was natürlich auch dem textlichen Konzept des Albums (Nach Eintritt des Todes) geschuldet ist.

Sind die Ideen ganz frische Songs oder sind auch Ansammlungen von früheren Songideen mit an Bord?
Uwe : Es sind einige ältere Ideen dabei, jedoch auch nagelneue. Zum Beispiel bei “Ewiger Frieden” war schon seit Jahren klar, das der Song entstehen muss – dieses mal hat er zum Thema gepasst und wurde umgesetzt. Das gleiche gilt für Erde Brennt und Tagtraum sowie Ein kleines Dankeschön und – ach, die Ideen für fast alle Songs standen schon länger, blos das Thema von “Dämon” ist aktuell hochgekommen, obwohl es ja schon immer Glaubenskriege gab und deswegen immer aktuell ist.

Hattet Ihr soundtechnisch eine bestimmte Marschrichtung vor Augen oder habt Ihr es „einfach fließen lassen?
Tim : Am Schlagzeug hatte man schon eine gewisse Richtung, an welche sich der Song anglich. Einige Parts wurden im Studio noch spontan geändert.

Casi: Soundlich hatte ich eine feste Vorstellung wie unsere Songs klingen sollten. Der Sound sollte auf gar keinen Fall matschig und überkomprimiert werden sondern druckvoll und klar, so das man jedes einzelne Instrument ohne Probleme raushören kann und es trotzdem mächtig klingt. Da wir alle Songs im Bandeigenen Studio Vorproduzieren kamen wir unserer Vorstellung schon sehr nahe. Da wir auch immer mit den selben Leuten am Sound arbeiten ist eine gewisse Vertrautheit gegeben . Thilo und Eroc wissen meist wo wir hinwollen.

Was würdet Ihr behaupten, welche Bands oder Erlebnisse / Gegebenheiten haben auf euer Songwriting Einfluss genommen?
Tim: Für mich war es von Anfang an Slipknot mit Joey Jordison, der mich am Schlagzeug sehr geprägt hatte. Im laufe der Zeit kamen für mich auch viele spielerische Einflüsse aus dem DeathCore hinzu.

Casi : Musikalisch prägte uns natürlich der Speed/ Death/ Thrash aus den 80ern. Da wir meist persönliche Themen in den Texten behandeln verwenden wir unsere täglichen Erlebnisse und Gefühle um diese musikalisch umzusetzen.

Das Lyrik Konzept werden ja in deutscher Sprache verfasst. Gibt es einen Grund für euch alles in Deutsch zu singen?
Uwe: ”Aber ja ! Unsere Texte handeln hauptsächlich von den heftigsten menschlichen Emotionen – Hass, Wut, Liebe Angst usw. – Emotionen können wir eben am besten in unserer Muttersprache wiedergeben und die ist nun mal deutsch. Wir wollen, dass unsere Texte verstanden werden , denn sie sind uns sehr wichtig ! Die Sprache hat außerdem den schönen Nebeneffekt ” hart” zu klingen.” Trotzdem werden wir auch wieder ein Album in Englisch machen….z.B. um die “Secret….” Story fortzusetzen.

Wer kümmert sich um Eure multimedialen Auftritte?
Chris : Das haben Mario, Tim und ich zum größten Teil unter uns aufgeteilt. Mario kümmert sich um den Videoschnitt, Tim managed den Bereich Social Media und ich betreue die Website und den Webshop.

Mich würde sehr Eure Meinung zum Thema CD Verkäufe & illegale Downloads interessieren.
Tim: Für uns sind Illegale Downloade sehr ärgerlich. Viele wissen evtl nicht wie viel Zeit, Geld und Mühen wir in unser Album gesteckt haben. Deshalb sollte man auch als Fan seine Band unterstützen und ihnen zeigen, das man selbst bereit ist dieser unter die Arme zu greifen.

Casi: Wir haben aber Glück im Metal Bereich zu agieren, wo Downloads als Hörprobe angesehen werden und bei gefallen die CD gekauft wird. So entsteht uns eigentlich kein großer Verlust dadurch. Im Pop/Rock Chartbereich sieht das allerdings ganz anders aus .

Welche klassischen Metal-Bands haben dich/euch persönlich inspiriert?
Tim: Die Bands die uns musikalisch im wesentlichen beeinflusst haben sind Bolt Thrower, Slayer, In Flames, Blind Guardian und Fear Factory.

Was sind die Pläne für Act Of Creation für die Zukunft, Gigs, Festival, etc.?
Tim: Im Moment proben wir intensiv unser Liveset den wir ab Sommer präsentieren können. Der grösste Wunsch von Tim ist mal mit AOC auf dem Summer Breeze zu spielen. Wir waren ja schon mit E 605 dort zu Gast. Desweiteren haben wir das Songwriting für die nächste CD begonnen dessen lyrisches Konzept “Auferstehung/Erneuerung/Wiederkehr” behandeln wird . Damit schließen wir die Trilogie (Sterben – ES/Tod – Thion/ Wiederkehr – nächste CD) textlich ab. Im Mai kommt unser nächstes Video. Zeitgleich sind wir in der April Ausgabe vom Legacy mit CD Beitrag,Inti usw. vertreten und sind zum Wolle in seine Metal Only Sendung zum Live Interview geladen (29.04. 20.00-24.00 Uhr).

Sind CD´s / Alben nur noch bessere Visitenkarten für Konzerte auf denen man sein Merch gewinnbringend verticken kann?
Mario: Auf gar keinen Fall ! Ich denke das es für jeden echten Metalhead auch in Zukunft ein MUSS ist die Scheiben seiner Lieblingsbands in seiner Sammlung stehen zu haben. Sie sind etwas, was man im Gegensatz zu Konzerten immer wieder und überall hören kann und auf CDs können wir unsere Visionen am besten als Gesamtkonzept präsentieren.

Platz für die berühmten letzten Worte an die Leserschaft
Uwe : Vielen Dank für das interessante Interview – wir bleiben am Ball – „Thion“ wird nicht das letzte sein, was man von uns gehört habt. Die Reise durch die Schattenwelt nimmt ihren Lauf…Stay tuned ?and see you live !



Legacy Nr. 70
24.12.2010 von Michael Klein

Hi Carsten,im Gegensatz zu eurem Debüt "Secret Memoirs Of A Forced Fate“ sind auf eurem neuen Album "Endstation“ alle Texte in Deutsch. Wie kam es zu diesem Wandel?
Also,"Secret..." war ein Konzeptalbum, welches ein lang gehegter Wunsch von uns war. Daher spukte ein Teil der Texte schon länger in meinem Kopf herum, so dass ein Umschreiben ins Deutsche nicht mehr so ohne weiteres möglich gewesen wäre. Mit dem neuem Album ist aber die Zeit gekommen,Themen die uns wichtig erscheinen, anderen bewußter mitzuteilen.

Es gibt nicht viele Bands, die sich trauen Death oder Thrash Metal mit deutschen Texten zu versehen. Was denkt ihr, woher diese Angst kommt? Ist diese Angst begründet?
Ich würde es nicht unbedingt als Angst bezeichnen, sondern eher unter die Rubrik "Geschmackssache" einordnen. Das Risiko besteht aber darin, das der Hörer durch den für Death/Thrash Metal ungewöhnlichen Gesang von der Musik abgelenkt wird. Wir hoffen, es ist uns auf "ES" gelungen die Texte so einzubinden, dass sie als Stilmittel angesehen werden und mit den restlichen Instrumenten zu einer Einheit verschmelzen.

Worin bestehen für euch die wesentlichen musikalischen Unterschiede zwischen „Endstation“ und dem Vorgänger „Secret Memoirs Of A Forced Fate“?
"Secret..." war durch das Textkonzept sehr verspielt und ähnlich einem Sountrack bzw. Hörspiel aufgebaut. "Endstation" ist kompakter und direkter, was durch den kalten, harten Klang der deutschen Sprache noch zusätzlich unterstützt wird. Zudem vervollständigt mein alter Kumpel Timo (Lay Down Rotten) das aktuelle Line Up und treibt durch sein energisches Spiel die Songs noch mehr ins Gesicht des Zuhörers.Ausser unserem Freund und Dauergast Dani, konnten wir mit Steffi auch erstmals eine Sängerin dazu bewegen´, einen der gefühlvollsten Songs des Albums zu veredeln.Nicht zu vergessen ist natürlich die hervoragende Zusammenarbeit mit T-Low vom "Desert Inn", der uns einen sehr direkten, druckvollen Sound gemeiselt hat.

Gibt es einen roten Faden oder ein Konzept, der die düsteren Texte auf „Endstation“ zusammenhält? Was inspiriert euch zu diesen Themen? Liegen den Texten persönliche Erfahrungen zugrunde?
Die ganze Welt ist voller Inspiration für dunkle Geschichten, wenn man empfänglich dafür ist. Teilweise basieren sie auf persönlichen Erfahrungen, handeln aber auch von Schicksalen anderer Menschen die uns emotional berühren. Was alle Songs vereint ist das Bewusstsein, dass jeder irgendwann die"Endstation" erreicht, an der er sich dann verantworten muss.

Euch zu vergleichen fällt schwer. Wo seht ihr euch selbst? In musikalischer Tradition diverser Death und Thrash-Bands oder eher in Tradition deutschsprachiger Vorreiter wie z.B. Die Allergie, Weissglut, die Schweisser und Co.?
Musikalisch fühlen wir uns in der Death/Thrash Ecke zu Hause, Scheuklappen vor anderen Stilen dürfen heutzutage aber ruhig abgelegt werden. Über die Zeit hinweg haben wir eine individuelle Art des Songwritings entwickelt, was den Wiedererkennungswert und den aktuellen Sound von AOC ausmacht.

Die beste Möglichkeit sich selbst einen Eindruck vom Sound der Band zu verschaffen bietet jedoch das neue Werk "Endstation" oder ein Besuch auf der Webseite (www.actofcreation.de) der Band. Auf geht´s !!!


Musikreviews.de
18.03.2010 von Benjamin Feiner

Intensive Death/Thrash aus Deutschland heißt die Devise von ACT OF CREATION, dem neuen Bandprojekt des Gitarristen Carsten Schluch, alias CS. Aus den Ruinen von E 605 hervorgegangen, folgt die Gruppe wieder mal dem Pfad des anspruchsvollen, leicht melodischen Bay Area Thrash, angereichert mit halsbrecherischem Deathmetal. Das funktioniert prächtig und so ist „Secret Memoirs Of A Forced Fate“ auch ein kleiner Geheimtipp für Szenenjunkies. Wir führten ein Gespräch mit Mastermind Carsten Schluch, der uns jede Menge über die neue Besetzung, seine Vorlieben im modernen Metal und einer etwas unüblichen Erscheinung im Traum berichtete...

Hallo Carsten! Ein ziemlicher Brocken, den du da mit ACT OF CREATION gemeißelt hast. Mir gefällt die Scheibe und so manchem Metalfreak mit Geschmack wird sie sicher auch gut reingehen. Wie ist dein persönlicher Eindruck von „Secret Memoirs of a Forced Fate?“
Also: Ich bin schon sehr Stolz auf das Album. Man darf aber nicht vergessen das „Secret...“ unser erstens eigenproduziertes Debut ist .Dafür ist es aber schon supergut geworden. Natürlich werden wir uns mit der nächsten Scheibe noch zu steigern wissen, wäre ja auch schlimm wenn nicht.

Wie liefen die Aufnahmen mit Eroc und der neuen Besetzung?
Eroc ist super !!! Total stressfrei,locker im Umgang und er geht auf die Wünsche der Musiker zu 100 % ein. Zudem ist er mit jeder menge Fachwissen gesegnet,er hat ja schliesslich das „Woodhouse Studio“ mitbegründet und ist seit ewiger Zeit Musiker. Nicht umsonst gibt er ja andauernd Seminare und Workshops in allen bekannten Fachzeitungen. Ein Top Mann mit dem wir auf jeden Fall weiterarbeiten werden. Nicht zu vergessen ist aber auch T-Low vom „Desert Inn“. Er gibt uns immer wieder uneigennützig Hilfestellungen und wir recorden z.B. die weiblichen Vocs und die Drums für unser neues Album in seinem Studio.Wenn wir nicht auf Eroc als Masteringspezialist gestossen wären würden wir das alles T-Low machen lassen. So produzieren wir die Songs aber in unserem „Cursed“ Studio vor und gehen dann zur Klangveredelung zu Eroc.
Die neue Besetzung ist genial ! Kai z.B. ist ein sehr aufmerksamer,kritischer Mensch. Er sabbelt nicht einfach andauernd rum sondern bringt kreative Vorschläge zur Verbesserung unserer musikalischen Qualität . Mit Dread (Chris Abels) verhält es sich ähnlich: Schonungslos ehrlich,dabei aber immer konstruktiv und nicht beleidigend.Er ist hauptsächlich für das Drumgerüst zuständig und sorgt für den richtigen Groove. JF ist besonders cool: Nach dem missglückten Versuch unseren alten Sänger Uwe wieder für AOC zu reaktivieren erschien er mir eines Nachts im Traum und sagte: „Hier bin Ich,Du Sack!“.
Seitdem ist er zu allen Studiozeiten & Recordings anwesend.Danach verschwindet er wieder in den tiefen Windungen meines Gehirns. Zudem laden wir uns die besten regionalen Musiker für Gastbeiträge ein.Mit denen läuft das natürlich auch sehr unkompliziert, da das alles keine Anfänger sind.

Du warst zuvor in der Melodic Death Band E 605 tätig, die im Underground wohl ziemlich abgefeiert wurde. Die Musik hat zwischen den beiden Bands nicht gerade groß verändert. Warum habt ihr, Du und Kai, dann unter der AOC-Flagge neu gestartet und nicht einfach den Namen E 605 übernommen? Ein „Re-Boot“?
Tja, nach den überwältigten Plattenkritiken von „Behind...“ war der Erwartungsdruck innerhalb der Band sehr hoch.Jeder von uns dachte jetzt kommt ein Megadeal und es geht endlich richtig los.Das dies nicht der Fall war lag zum Teil auch an dem für Metallverhältnisse untypischen Bandnamen . Zum Beispiel war die Voraussetzung für einen Deal die Umbennenung der Band. Das ist aber an mir gescheitert, da mir der Name damals sehr viel bedeutete und Ich deswegen dankend ablehnte. Auch beschäftigten sich die Kritiker und Reviewer teilweise mehr mit unserem ungewöhnlichem Namen als mit der Mucke. Um solche Komplikationen zu umgehen haben wir für unser neues Projekt einen Namen gewählt der zu 100% zu unserem Stil passt und einen tieferen Sinn beinhaltet.

Was hast du in all den Jahren nach dem letzten E 605 Album „Behind The Face“ getrieben? Warst du musikalisch aktiv oder hast du deine Prioritäten in andere Bereiche gelegt?
Als wir uns 2004 auflösten fing Ich mit dem Bau meines Hauses an. Ab da war für Musik erstmal keine Zeit mehr. 2006 kam unser Sohnemann auf die Welt und beanspruchte die höchste Aufmerksamkeitsstufe für sich. 2007 bin Ich bei „Decision To Hate“ eingestiegen.Gleichzeitig habe Ich mich intensiv darum bemüht ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. 2008 bin ich dann bei DTH wieder ausgetreten da die Hauptpriorität für mich auf „Act Of Creation“ lag und halbherzig wollte Ich nichts machen. Hätten die Jungs auch nicht verdient gehabt,da sie echt in Ordnung sind.

„Secret Memoirs of a Forced Fate“ ist ein Konzeptalbum mit Protagonist und Handlung. Ziemlich ungewöhnlich für eine Metal-Band...
Ja, mit „AOC“ werde Ich mir alle musikalischen Wünsche erfüllen die in meinem Kopf seit geraumer Zeit rumspuken.Da wir keine kommerziellen Interressen, sondern nur die Finanzierung der nächsten Produktion verfolgen, brauchen wir auch keine Rücksicht auf die Meinung Anderer zu nehmen. Ein Wunsch von mir war immer schon ein Konzeptalbum im Stile von King Diamond zu schreiben. Ein anderer grosser Wunsch ist halt ein komplettes Album in deutscher Sprache.Da muss man sich sehr viel mehr Mühe beim Texten und Einsingen geben wenn man nicht in total verschreckte,fragende Gesichter blicken will. Gerade in unserer Stilrichtung.

Man muss natürlich sagen, dass die Story hinter dem Album nicht gerade neu ist. In so manchen B-Movies wurde das Thema „Mensch wird zur Kampfmaschine umprogrammiert und lehnt sich am Ende gegen seine ‚Schöpfer’ auf“ aufgegriffen. Ähnliches Konzept findet sich auch auf QUEENSRYCHES „Operation: Mindcrime“. Inwiefern hat dich das Thema so interessiert?
„Operation...“ ist natürlich ein Referenzalbum und Du hast vollkommen recht: Neu ist das Thema nicht ! Wir haben uns aber an einer wahren Begebenheit orientiert (MK-Ultra Projekt,Wikipedia) und unsere Inspiration für die Story daraus bezogen.Das ist echt krass was Die damals mit den Leuten gemacht haben.

Habt ihr zuerst die Songs geschrieben und dann nach passenden Lyrics gesucht oder habt ihr die Musik auf die fertige Story abgestimmt?
Erst wurden die Handlungsabläufe festgelegt, danach wurde die Musik auf den entsprechenden Handlungsstrang geschrieben. Als alles soweit fertig war wurden dann die Texte eingepasst.

Auf eurer Myspace-Seite habe ich neulich gelesen, dass der Nachfolger zu „Secret Memoirs“ schon sehr bald in den Startlöchern stehen wird. Ist es den Jahren der „Abstinenz“ zu verschulden, dass du mit deiner neuen Truppe wieder richtig produktiv wirst?
Sehr bald ist relativ :) Frühestens ist mit dem Nachfolger Anfang nächsten Jahres zu rechnen da wir einen erhöhten Produktionsaufwand für unsere zweite CD betreiben werden. Mit der Abstinenz hat das nichts zu tun. Wir waren mit E 605 genauso produktiv wie jetzt mit „AOC“. Ich habe 1000 Ideen für neue Songs im Kopf, wobei derjenige als nächstes fertig gestellt wird der sich im Moment am meisten aufdrängt und mich nicht zur Ruhe kommen lässt.

Das neue Album wird allen Anschein nach in deutscher Sprache verfasst. Gibt es einen Grund, von Englisch auf Deutsch umzusteigen?
Wie bereits oben erwähnt ist dies ein langgehegter Wunsch von mir. Deutsch ist wesentlich härter im Klang und beeinflusst unser Songwriting dahingehend das wir kompaktere,griffigere und weniger verspieltere Songs schreiben. Ausserdem muss man sich beim Texten wesentlich mehr Gedanken über die Themen und Wortauswahl machen.

Eure Musik ist teilweise vom Endachtziger Thrash und Death beeinflusst. Siehst du eigentlich noch Potential im modernen Metal oder hast du wie viele Andere auch die Hoffnung in neue Bands verloren?
Neeeiiiin !!! Ich habe auf keinen Fall die Hoffnung verloren.Es gibt doch einen Haufen an supertalentierten,innovativen Bands.Man muss halt nur die Augen offen halten.

Welche aktuellen Bands würdest du dann speziell herausheben?
Also, Kataklysm sind schon sehr,sehr gut.Sie verbinden gnadenlose Power und Härte mit einpräsamen, modernen Songstrukturen. Auch Psycroptic z.B. : Technisch auf allerhöchstem Niveau aber trotzdem immer nachvollziehbar. Unseren Song „Schwarzer Tag“ haben wir „Dying Fetus“ gewidmet. Die sind der Oberhammer. Eluveitie find Ich auch sehr geil.

Welche klassischen Metal-Bands haben dich persönlich inspiriert?
Blind Guardian,Accu§er,Massacra,Slayer,Running Wild,Exodus, Bolt Thrower,Testament und In Flames.

Wir kommen langsam zum Ende... aber davor: Beschreibe deine Musik mit nur einem Wort!
Ein Wort wird schwierig, also, wir spielen „Intensive Death Thrash“ weil es eine Mixtur aus Death & Thrash Metal ist und „Intensive“ weil wir jedesmal nach dem Einspielen der Songs total fertig sind und alle unsere Gefühle in die Mucke gelegt haben.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast! Viel Glück noch auf deinen weiteren Wegen und... die letzten Worte gehören dir!
Vielen Dank auch an dich für die intelligenten Fragen. Support The Underground !!!