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8/10 Punkten

von Hornella

"Thion" ist ein fiktiver Zufluchtsort, oder eine Parallelwelt, in der sich die geschundene Seele von dem mit unter unmenschlich hart getakteten Alltag flüchtet. Soviel zum groben Konzept, das hinter dem Album steckt. ACT OF CREATION schaffen das Kunststück, extremen Metal mit deutschsprachigen Gesang zu kombinieren, ohne das es unfreiwillig komisch, hüftsteif, oder gar zum fremdschämen klingt.

Die Texte überzeugen mit klarer Aussage, ohne Pomp und Pathos, gleichzeitig sind 'Geist' oder der 'Opener 'Tagtraum' weit davon entfernt einfache Kost zu sein. Dienen die ersten drei Stücke noch dazu, sich mit dem kantigen Midtempo Death Metal anzufreunden und sich auf die ebenso kantige deutsche Intonation einzulassen, zünden ACT OF CREATON mit dem folgenen 'Mörder', dem unter 2 Minuten agierenden 'Dämon' und ganz besonders mit den Album Highlights 'Erde Brennt', '13 Tage', 'Niemand' und dem Schlusslicht 'Ein Kleines Dankeschön' kapitale Granaten.

Es macht mehr als Sinn sich mit den Texten auseinanderzusetzen, so ergibt das Ganze mit dem unausweichlich nach Vorne gehenden Death Metal eine unheilvolle, sehr oft bedrückende Symbiose, die von Anfang an fesselt. Musikalisch löst man sich immer wieder vom reinen Death Metal und scheut sich auch nicht moderne Extreme Metal Einsprengsel einfließen zu lassen. Ebenso agiert der Gesang nicht eindimensional tief grunzend, sondern versucht, die Stimmungen auch über die Stimmbänder zu transportieren. Raserei, oder monotone Hasenfickerei sind nicht ACT OF CREATION´s Ding.

Für die Zukunft kann man der Band von Herzen alles Gute wünschen, etablierte Label sollten sich jedenfalls das Album "Thion" mal auf die "to hear" Liste schreiben!