Metal Hammer (September 2016)

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von Thomas Strater

Alter, was geht? Waren Act Of Creation auf ihren Vorgängeralben zwar interessant, aber mitunter etwas verkopft unterwegs, können sie sich auf ihrem dritten Album (45 Minuten Spielzeit) gehörig steigern. Immer noch komplex, fordernd und etwas eigenwillig, tänzeln sie sicher zwischen den Stilen hin und her. Während die Basis Death Metal ist (und zwar Basis, weil von brutal walzend bis hin zu melodisch wohlklingend möglichst viel abgedeckt wird), sorgt ein enormer Thrash-Anteil für groovende Varianz, wobei sich die Gitarristen neben aller Härte auch ein paar äußerst schicke Heavy Metal-Leads aus dem Klampfenhals schütteln. Was Act Of Creation sonst noch ausmacht: THION ist ein Konzeptalbum, das komplett in deutscher Sprache vorgetragen wird. Klingt schwierig, weil sich deutsche Texte und Gesang im Metal schnell mal zu weit aus dem Fenster lehnen, funktioniert bei Shouter Uwe aber überraschend gut, zumal er von Growls über Screams bis hin zu Die Schweisser-artigem Shouting ein sehr breites Spektrum abdeckt. Der Sound knallt auch ordentlich, insofern hilft nur eines: Auschecken und THION Raum zur Entfaltung geben.