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von Lars Knackstedt

Wenn man als junge, aufstrebende Truppe wie ACT OF CREATION ein sackstarkes Album wie "Endstation" 2010 an den Start bringt, geht man eigentlich davon aus, dass aufgrund der Qualität nun die Karriereleiter nach oben beschritten wird. Eigentlich...statt etwas von den Hessen zu hören und zu sehen, wurde es erstaunlich ruhig. Ganze sechs Jahre hat es nun bis zum neuen Album gedauert, eine Ewigkeit. Da gerät man leicht in Vergessenheit und braucht schon ziemlich starke Argumente, um wieder auf sich aufmerksam zu machen.

Diese Argumente haben haben Carsten Schluch und seine Jungs aber durchaus eindrucksvoll auf Langrille gebracht, auch wenn "Thion" beileibe kein easy linstening Album für die nächste Metal-Party ist. Zunächst einmal ist schön zu hören, dass ACT OF CREATION ihrem auf "Endstation" eingeschlagenen Weg treu bleiben, und weiterhin auf deutsche Texte setzen. Das ist im Metal nicht alltäglich, funktioniert auch nicht überall, ist aber nach meiner Auffassung schnell zu einem Trademark dieser Band geworden. Dass man sich textlich und thematisch mit sehr dezidiert mit seelischen Abgründen auseinander setzt, macht diese Scheibe erst einmal zu einer kleinen Denksport-Herausforderung, da deutsche Texte anfänglich präsenter sind. "Thion" braucht deshalb etwas Zeit, Zeit, die man der Scheibe allerdings auch geben sollte. Mit etwas Verspätung zündet dann die Mischung aus Thrash- und Groove Metal mit genau akzentuierten Death-Metal Anleihen.

Highlights dieser interessanten, stellenweise sehr proggigen Angelegenheit, sind der enorm groovige Opener "Tagtraum", das brutale Geist, das bei den Vocals im Black Metal Bereich wildert, sowie "Erde brennt", eine Nummer mit sehr dichter Atmosphäre.

Nach sechsjähriger Abstinenz hätte ich nicht mit solche einem Niveau gerechnet. "Thion" ist ein Grower, ein richtig gutes Album, auf das man sich einlassen muss. Bei vielen Fans gibt es immer noch Argwohn, was deutsche Texte angeht. Hier sollte man mal einen Blick abseits aller Scheuklappen wagen.