Endstation Trackliste :

01. Endstation
02. Keine Heilung
03. Gestern
04. Mit Meinen Augen
05. Herbst Des Lebens
06. Langsam
07. Dunkle Schatten
08. Schwarzer Tag
09. Wo Bist Du?
10. Amok
11. Diagnose Tod

Fatal Underground

www.fatal-underground.de
von Danny B.Helm

Es ist wirklich unbeschreiblich - & unglaublich zugleich, was die Jungs von ACT OF CREATION so an den Start bringen ! Und wenn ich ein Review so beginne, ist eigentlich die Kernaussage bereits getroffen. Doch zum Gehör(n)ten selbst: Der Midtempo Opener "Endstation" (Track 1) macht deutlich klar wo man nun eingecheckt hat. Wat `ne geile Scheiße zum Deibel - & Metalhead ist dat denn ???? Das, was hier losdrischt - & losrotzt ist einfach `ne Oberkelle vor dem Herrn der Stahlsaiten ! Ein klein wenig vergleichbar mit den Jungs von Grober Knüppel. Ich wußte bislang nicht wie geil Punk mit Thrash Metal vermengt anno 2.010 klingen kann ?! Das Thrashfeuer wird mit ordentlich Deckung von der Tempofraktion gekickt - "Keine Heilung" (Track 2). Und auch dieser Song ist ein unwiderlegbarer, zementierter Beweis, daß Metal auch mit deutschsprachigen Lyrics funktioniert. Und wer nun glaubt, daß es besser nicht mehr ginge, der irrt genauso wie ich, als ich glaubte, daß nach deren Debütalbum nicht so schnell eine solche Steigerung kommen könnte. Mit "Gestern" (Track 3) klopft man dem verfluchten "Gestern" ordentlich den Dreck aus der Fratze. Als Hörer kommt man sich fast vor, als wäre man selbst eben diese Vergangenheit, die hier ordentlich Fäuste bezieht. Soviel Attitüde - & Ventil ist einfach absolute OBERLIGA in Sachen in Musik verpackter Emotionen ! Und genau auf diesem Niveau geht es kontinuierlich weiter. Selbst als man bei "Herbst des Lebens" (Track 5) die Gastsängerin Stephanie Nix mit einbindet stimmt auch das so, als ob Frau Nix schon immer Teil dieser Band wäre. Ich habe ja schon verdammt viele Alben gehört, Gute - wie auch Schlechte, aber ab spätestens diesem Song glaube ich, daß bei ACT OF CREATION alles möglich ist. Von der Thematik her wird hier die Geschichte eines Einzelschicksals erzählt. Man könnte quasi sagen, daß geschichtliche Aufarbeitung auch auf diese Weise funktionieren kann. Daß man aber auch für Spaß zu haben ist, zeigt "Langsam" (Track 6), das einfach so bescheuert ist, daß es schon wieder genial ist. Musikalisch gibt`s ein Overblast Black Metal / Thrash Gemisch serviert. Der absolute Oberhammer aber ist der Song "Dunkle Schatten" (Track 7), den ich somit auch als Anspieltip rausgebe. Realitätsbezogene Inventur - gepaart mit absolut punktgenauem Timing der Gitarren - & Schlagzeugfraktion. Mir fehlen immer wieder die Worte .. ! Und wer bislang glaubte, daß die Verarbeitung einer gescheiterten Beziehung immer nur in kitschiger Balladenform möglich ist, der wird mit "Wo bist Du ?" (Track 9) eines Besseren belehrt. Zwar fängt der Song recht verhalten an, aber wie mit einem Schlag in die Fresse steht man selbst schlagartig mitten im Song und bekommt Liebeskummer mal ganz anders um die Ohren gehauen. Am Ende steht nochmal das komplettierende Vollbedienungsbrett "Diagnose Tod" (Track 11). Dieses Album ist ein absolutes Must Have Highlight des Metal Undergrounds. Musikalisch ausgereift, megafett, ultra groovy - & nicht zuletzt unglaublich stimmig produziert. Selbst die Artworks lassen keine Wünsche offen. Ich bin angefixt & werde mir das Album zulegen !
Eine Schande, daß diese Band noch ohne Plattendeal ist ! DOPPELTE HAMMERMARKE !!!!

Musikreviews.de

http://www.musikreviews.de/
von Chris P.

Es finden sich im extremen Metal nicht gerade viele Bands, die zu einhundert Prozent deutsche Sprache in ihren Texten benutzen. Wieso eigentlich? Das dürften sich auch ACT OF CREATION gedacht haben, die nach dem englischsprachig eingebrüllten Debüt "Secret Memoirs Of A Forced Fate" nun komplett auf Muttersprache umgesattelt haben. Tod, Krankheiten und Gebrechen des Menschen, Amoklauf, Krieg, Soziopathie, Depression – nein, der Vierer behandelt thematisch nicht gerade die Sonnenseiten des Lebens, und passend dazu liefern Schluch (ex-E 605) und seine Kollegen einen brettharten, düsteren und brutalen Soundtrack, der es sich irgendwo zwischen Brachialthrash, Death Metal, modernem Hardcore, Rock, Doom und Dark Metal ungemütlich macht und reichlich sonderbar daher kommt. Mit Namedropping braucht man da gar nicht erst anzufangen, denn Querverweise zu anderen Bands ergeben erstens keinen Sinn und würden zweitens durch eventuell falsche Erwartungen eher schaden anstatt hilfreich zu sein. Zappenduster, mit derbem Riffing, fiesen Grooves, schaurigen Melodien, variablen und garstigen Vocals, backpfeifendem Drumming und viel Dreck bolzen die vier Haigerer auf ihrem zweiten Album kompromisslos und angenehm unaufgesetzt einen elf Songs langen rabiaten Stilmix auf Konserve, der keine ernsthaften Hänger aufweist und dank seiner Genrevielfalt Fans aus ziemlich verschiedenen Knüppellagern ziehen dürfte. Sowieso hat sich musikalisch einiges verändert, denn das Debüt bot deutlich traditionellere Kost, irgendwo zwischen Thrash- und Death Metal.
FAZIT: ACT OF CREATION sind kreativ, eigenständig, entwickeln sich weiter und wissen zudem, wie man deutsche Lyrics ohne Fremdschämfaktor verfassen und auch adäquat rüberbringen kann. Es gibt sie also, die interessanten Bands aus Dschörmänie – man muss sie nur wahrnehmen und ihnen vorurteilsfrei begegnen (wollen).

The Whiplasher

www.the-whiplasher.at
von Pampo

Haltet eure Fahrkarten bereit, verstaut das Gepäck und verabschiedet euch von euren Liebsten, denn Act of Creation nehmen euch mit auf eine Reise die ihr so schnell nicht mehr vergessen werdet:
Nach ihrem Album ‚Secret Memoirs Of A Forced Fate’ entschied man sich in puncto Gesang die Weichen zur deutschen Sprache zu stellen. Eine Idee, die Anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig wirkt aber bereits nach dem ersten Track ‚Endstation’ wird einem klar, das hier genau die richtige Wahl getroffen wurde. Mit ‚Keine Heilung’ folgt ein schnelles, clever komponiertes Stück, das den Zuhörer sofort fesselt.Man bemerkt mit welcher Begeisterung die Jungs bei der Sache sind – besonderes Schmankerl: Ein Gitarrensolo bei dem einem vom bloßen Zuhören die Finger qualmen. Zeit zum Verschnaufen bleibt jedoch keine, denn mit ‚Gestern’ gewinnt das Album immer mehr an Fahrt und selbst wenn man wollte: Es gibt keine Möglichkeit anzuhalten."Mit meinen Augen" baut auf die gewohnte Schnelle und Härte und versucht sie noch mehr auszureizen. Das Konzept funktioniert: Gerade der Einfallsreichtum dieses Stückes öffnet einem nicht nur die Augen, sondern auch direkt die Ohren. Mehr überrascht wird man nun nur noch von ‚Herbst des Lebens’: Wirkt dieses Stück anfangs etwas langsam und ungewöhnlich, gewinnt es jedoch dank des musikalischen Könnens der Artisten schnell an Fahrt. Nicht zuletzt durch den Text wird diesem Stücke eine beinahe poetische Tiefe gegeben.Besonderes Augenmerk ist hier auf die Gastsängerin zu legen, eine Wahl, die sich durchaus bezahlt macht.
Alles andere als langsam, ist dann das gleichnamige Stück: Ein Intermezzo in dem uns keine Ruhe gegönnt wird."Dunkle Schatten" mag für den ein oder anderen vielleicht etwas zu gewöhnlich klingen, ein Defizit das durch den lyrischen Text jedoch mehr als wett gemacht wird – besonders zu Loben ist hier der Sound, der sich ohne Probleme mit bekannten Größen des Genres messen kann.
Doch wohin soll diese Reise gehen? Eine Frage, die mit ‚Schwarzer Tag’ gestellt wird. Atemlos werden wir voran getrieben, aber wohin denn nur? Auf den letzten Etappen der Reise sind jedoch keinerlei Ermüdungserscheinungen zu erkennen: "Wo Bist Du ?" glänzt nicht nur durch Einfallsreichtum, nein, es zeigt uns auch das jene Dinge, die uns unerreichbar erscheinen gerade diejenigen sind die wir wollen. Mit ‚Amok’ laufen wir nun in die Zielgerade ein. Ein letztes Mal wird hier der Kohleofen auf Vollgas betrieben, es gibt nichts zu verlieren und als gäbe es keinen Morgen wird hier das große Feuerwerk gezündet. Am Ende der Reise angekommen, werden wir mit ‚Diagnose Tod’ daran erinnert, dass die gefürchtete Endstation doch früher kommt als man es sich wünscht. Ohne Zweifel der melancholischste Track des Albums, aber auch das letzte gelungene Aufbäumen vor dem Ende.
Fazit: Mit ‚Endstation’ liefern Act of Creation ein rundes Paket ab, das vor Spielfreude und Können nur so glänzt. Es wird einem schnell bewusst, dass hier viel Arbeit hineingesteckt wurde und dieser Aufwand hat sich auch gelohnt. Nicht nur ein Tipp für Freunde des Death ´n Thrash denn auch jene die einmal in dieses Genre reinschnuppern wollen greifen mit ‚Endstation’ garantiert nicht daneben.

Obliveon

www.obliveon.de/
von Christian Wagner

Endstation. Nichts geht mehr. Doch statt einem weißen Licht am Ende des Tunnels lauert nur die dunkle Fratze des Todes. In dem neuesten Werk von "Act Of Creation" zeichnen die Hessen ein düsteres Bild von der Zukunft: von Unfällen, Depressionen, Kriegsverbrechen, Amokläufen und dem langsamen Dahinsiechen im Alter. Jeder einzelne der 11 Songs beschäftigt sich auf die ein oder andere Weise mit dem Tod und führt dem Hörer mit jeder Zeile vor Augen, dass das Leben nicht nur endlich, sondern auch keineswegs fair ist. Untermalt wird das Ganze mit einem passenden Death-/Thrash-Metal-Sound, der mit seiner Aggressivität perfekt zu der Verzweiflung und den unvermeidlichen Tragödien passt, die in den Texten transportiert werden. Sänger Jordan sorgt derweil mit dunkler Stimme dafür, dass die deutschen Texte, welche in der Metalwelt noch immer nur sporadisch zu finden sind, gleichermaßen eindringlich wie auch verständlich rüberkommen. Zumeist brüllt oder schreit er die ganze Negativität, die in "Endstation" steckt, aus sich heraus, aber immer mal wieder streut er auch melodischere Gesangslinien ein, die wie eine Mischung aus Albi von "Die Allergie" und Tom von "Weissglut" klingen. Grade "Die Allergie" passt auch aufgrund der Härte und der oftmals negativen Texte als Referenz für "Act Of Creation" und wer auf Erstere steht, sollte sich Letztere auf jeden Fall einmal zu Gemüte führen. Ans Herz legen muss man den geneigten Hörern vor Allem "Herbst des Lebens", einen bedrückenden Song über den 2. Weltkrieg, dessen Wirkung noch von der Gastsängerin Stephanie Nix verstärkt wird. Für mich das beste Stück der Platte.
"Act Of Creation" baben hier ein wunderbares, wenngleich auch (textlich) schweres Stück deutschsprachigen Metals abgeliefert, was auf jeden Fall Beachtung verdient. 8/10 Punkte

Metal Glory

http://www.metal-glory.de/
von Armin

Vor gut anderthalb Jahren habe ich den Vorgänger „Secret Memoirs Of A Forced Fate“ schon mit lobenden Worten bedacht. Dies kann ich heute bei der neuen CD „Endstation“ bedenkenlos fortsetzen. Zwei Dinge haben sich allerdings geändert: die Jungs aus Mittelhessen singen jetzt komplett in deutscher Sprache und zu dem musikalischen Spektrum werden zusätzliche Hardcore-Anteile addiert. So klingt das Ergebnis angenehm abwechslungsreich, wobei sich Death Metal und Thrash Metal ungefähr in der Waage halten. Egal, welchen Track man ansteuert, es wird ein ordentliches Death/Thrashbrett aufgefahren, wobei die deutschen Texte auch gut dazu passen. Der Titelsong, „Keine Heilung“ und „Gestern“ machen schon richtig Dampf, bevor bei „Mit meinen Augen“ leicht an deutsche Kapellen wie z.B. SODOM erinnert. Herausragend finde ich „Herbst des Lebens“, weil dieser Song von einer richtig theatralischen Gitarrenmelodie getragen wird. Gleich im Anschluss an diesen eher epischen Moment erfolgt als Kontrast mit dem kurz geratenen „Langsam“ eine heftige Hardcore-Eruption.
Bis zum Ende wird schön Gas gegeben und die Spannung hochgehalten, so dass man diese Eigenproduktion wirklich empfehlen kann.

Vampster

Vampster.com
von agony&ecstasy

Anfang 2010 erst haben ACT OF CREATION mit "Secret Memoirs Of A Forced Fate" ihr Debüt veröffentlicht. Mitte Dezember hat die Band bereits ihr zweites Album am Start. Musikalisch frönt die Band immer noch dem vom Erstling bekannten Mix aus Death und Thrash-Metal, wobei der Thrash Metal, vom einen oder anderen BOLT THROWER-Riff mal abgesehen, überwiegt. Aber auch KREATOR scheinen mir klar Einfluss auf den Bandsound gehabt zu haben. Insgesamt sind ACT OF CREATION auf ihrem zweiten Album ein wenig melodischer geworden. Wie schon auf "Secret Memoirs Of A Forced Fate" gibt es auch auf "Endstation" ein übergreifendes textliches Konzept, wenn auch etwas loser als auf dem Vorgänger. Allgemein geht es um das Thema Tod und Sterben, die Songs handeln von Kinderschändern, Amokläufern, aber auch tödlichen Krankheiten oder Krieg. "Herbst Des Lebens" handelt von einem Wehrmachtsoldaten, der am Ende seines Lebens zurück denkt an das, was er während des Kriegs getan hat und zu der Erkenntnis kommt, dass auch er nicht unschuldig war, auch wenn er vielleicht nur Befehle befolgt hat. Bei diesem Song singt Gastsängerin Stephanie Nix außerdem einen Teil des Textes. Sämtliche Texte auf "Endstation" sind auf Deutsch verfasst, was wohl die größte Änderung zum Vorgänger ist, der noch komplett auf Englisch war und somit die Band ein weiteres Stück von der Konkurrenz abhebt. "Endstation" ist professionell aufgemacht und gut produziert, auch musikalisch ist die Band topfit. An meinem Hauptkritikpunkt beim Vorgänger, dem Gesang, hat Brüllwürfel Jordan anscheinend gearbeitet. Auch wenn ich diesen, gemessen am Niveau der restlichen Musiker, immer noch am ehesten als Schwachpunkt ausmachen würde, ist das Gebrüll weniger anstrengend als noch auf "Secret Memoirs Of A Forced Fate". Ansonsten rangieren ACT OF CREATION weiterhin über dem Durchschnitt des Death und Thrash-Undergrounds, auch weil sie es schaffen, ihre Songs abwechslungsreich zu halten.
Im Vergleich zum Debüt hat die Band sich auf jeden Fall noch mal ein Stück gesteigert, so dass ich für "Endstation" auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen kann.

Amboss Metal Mag

http://www.amboss-mag.de/
von Chris

Kennt ihr die Stadt Haiger im Lahn-Dill-Kreis? Nein? Dann sollten sich Freunde des melodischen Death Metals mit einem ordentlichen Pfund Thrash mal an ihre Landkarte stellen und an dieser Stelle einen Pin setzen. Von dort stammt nämlich die Band ACT OF CREATION, die sich einem ebensolchen musikalischen Mix verschrieben hat. Die Songs knallen ganz ordentlich, die Riffs sind gut und der Mix aus alter Schule und modernen Einflüssen eröffnet der Band sicherlich eine breite Fangruppe. Allerdings muss ich einfach sagen, dass musikalisch ab und zu der letzte Schliff, das gewisse Etwas fehlt, das den Song gnadenlos im Gehirn abspeichert, wobei die Songs alles andere als schlecht sind, allerdings auch noch austauschbar. Besonders auffällig sind dann schon Tracks wie das punkigige Hochgeschwindigkeitsmassaker "Langsam" oder das extrem groovige "Diagnose: Tod". Der Gesang wechselt munter zwischen Schreien, Brüllen und auch Growlen und der Abwechslung zuliebe darf auch mal eine weibliche Stimme zur Unterstützung ran (fällt dann aber eher durch). Meines Erachtens nach muss das Hauptaugenmerk allerdings auf den Texten liegen. Die liegen komplett in deutscher Sprache vor und im Thrash oder Todesblei-Bereich ist das ja noch immer eine rühmliche Ausnahme. C. Schluch tobt sich in den Texten ordentlich aus und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er nicht zur Ballermann-Party-Fraktion gehören dürfte, die Texte lediglich als weiteres Instrument sehen. Auch wenn in "Gestern" die Sehnsucht eines "Mörders, Schlächters, Monsters, Kinderfickers" nach der Vergangenheit oder im "Herbst des Lebens" das Gewissen eines Wehrmachtssoldaten beschrieben wird, verpasst er niemals, seinen Standpunkt zu verdeutlichen und somit als Erzähler und nicht als Befürworter aufzutreten. All das passiert aber recht glaubhaft, sodass Zweifel an der moralischen Kompetenz zum Glück gar nicht erst aufkommen werden. Weitere Themen sind Amoklauf, Depression, Kindesmissbrauch, das Alter, aber auch Krankheiten werden benutzt, um dunkle Texte zu kreieren und sehr gut les- und nachvollziehbar auf Papier zu bringen. Wer auf Texte steht, die dunkle Themen behandeln, aber nicht allzu symbolisch und kryptisch verklausuliert sind, ist bei diesen "Kurzgeschichten" bestens aufgehoben. In der Endstation meines kleinen Reviews angekommen, komme ich zu dem Schluss, dass die Band ungeheuer viel Potential hat, und durch die textliche Besonderheit sicherlich angecheckt werden muss. Und wo geht das besser, als auf www.myspace.com/actofcreation?! Oder um das Review mit einen Zitat von C. Schluch zu schließen: "Support the Underground"!

Nocturnal Hall

www.nocturnalhall.com
von Dajana

Während die letzten Klänge von Secret Memoirs Of A Forced Fate noch immer widerhallen, legen ACT OF CREATION bereits die nächste Langrille vor. Einmal mehr komplett in Eigenregie entstanden, sind die diesmal ausschließlich deutschen Texte das wohl prägnanteste Merkmal auf Endstation. Sowas gibt es in diesem Genre ja nicht so oft und verschafft den Jungs somit einen gewissen Kreativ-Vorteil. Generell sind ACT OF CREATION melodischer geworden, mehr dem Death Metal, denn dem Thrash Metal zugeneigt, was ich persönlich schade finde. Ich mochte die Brachialität des Vorgängers. Die gelegentlich als aufdringlich empfundene Leadgitarre ist allerdings immer noch da, reduzierter zwar, aber an manchen Stellen dann doch eben nervend. Was Endstation aber tatsächlich aufwiegt, sind die Texte. Endstation beginnt mit dem Piepsen eines Herzmonitors und endet auch damit. Dazwischen liegen - ganz ohne Pathos und bitterböse erzählt - Tod, Krieg und Verderben, Verlusst, Missbrauch und vor allem Krankheiten, denen man nicht entrinnen kann. Die Texte, sie sind unangenehm und unbequem. Man windet sich und es läuft einem eiskalt den Rücken herunter. Moshmonster wie Keine Heilung (mit dem Gastgesang von Daniel Jakobi - Lay Down Rotten), Wo bist Du (welches mich ein wenig an die grandiosen Janus erinnert) oder Diagnose Tod tun ihr übriges dazu. Der Gastgesang von Stefanie Nix bei Herbst des Lebens ist mir ein bisschen zu harmlos, zu sanft und dem Text nicht angemessen. Gleiches gilt für Sänger Jordan, der an mancher Stelle doch noch ein bisschen schizophrener und verzweifelter klingen könnte. Ein bitteres Schmunzeln folgt beim 40 Sekunden High-Speed-Track Langsam, ob seines leicht abgewandelten Paulchen Panther Themas. Endstation ist ganz sicher kein Meilenstein, oder gar ein Ausbund an Innovation. ACT OF CREATION machen ihre Sache gut und stehen ein wenig aus der großen Masse heraus.
Aber Endstation berührt. Das macht es zu was Besonderem.

Planet Heavy Metal

www.planetheavymetal.de/
von Madrebel

Vor noch nicht allzu langer Zeit konnten „Act of Creation“ mit ihrem Debüt „ Secret Memoirs Of A Forced Fate“ in jeder Hinsicht punkten und die Reaktionen fielen fast durchgehend alle positiv aus. Nun haben die vier Thrasher mit „Endstation“ fix nachgelegt und haben es geschafft, ihr Niveau nicht nur zu halten, sondern sogar noch zu steigern. Die Lyrics sind übrigens komplett in deutscher Sprache gehalten, was den Songs inhaltlich noch mehr Schärfe und Brutalität verleiht. Insbesondere die harte und brutale Stimme von „Jordan“ kann hier in jeder Hinsicht punkten. Und auch sonst gibt es hier nur positives zu vermelden: Die Riffs sind brutal und auf den Punkt, das Drumming energisch und der Sound richtig fett und druckvoll.
Mit ihrem zweiten Album dürfte der Vierer in Undergroundkreisen echt für Furore sorgen. Lohnenswerte Platte. Definitiv.

Metal Underground Webzine

http://www.metal-underground.at/
von Robert

Endlich wieder gibt es Neues der Hessen Death/Thrash Maschinerie Act of Creation. Nicht ganz ein Jahr nach dem fulminanten Debüt „Secret Memoirs of a Forced Fate“ kehren die Hessenbuben mit einem neuen Langeisen zurück um uns bis ins Mark zu erschüttern. „Endstation“ beinhaltet 11 Tracks die nicht knackiger in Szene gesetzt hätten werden können. Alle Stücke wurden mit deutschen Lyriks versehen. Wenn man jetzt nicht ganz genau aufpasst würde dies nicht weiter auffallen. Doch auch rhythmisch hat man viele Sachen auf den Punkt gebracht und dadurch eifert man weniger alten Kollegen und Helden nach, nein vielmehr baut man auf eine teils etwas komplexere Richtung die man stattlich in Szene gesetzt hat. Vor allem der rotzige, als auch räudige Beigeschmack passt wie die Faust aufs Auge und bereichert das Material ungemein.
Das Titelstück „Endstation“ steht gleich zu Beginn und wird mit einer sehr melancholischen – dunklen Melodiegitarrenarbeit begonnen. Sehr genüssliche Melodieriffs wehen hier etwas warmherziger uns um die Ohren. Schön kann man sich hier von dieser Technik die Gehörgänge verwöhnen lassen, bevor die Mannschaft vermehrt in die Bretterrichtung steuert. Dabei kommen sofort die bereits von mir genannten räudigen Vibes zum Vorschein. Doch gänzlich verzichtet man nicht aufs klare Soundfragment mit dem man den Track eröffnet hat. Gut hat man beide Fragmente aufeinander abgestimmt und angepasst. Sehr tiefsinniger Track bei dem man auch seelisch gehörig in gewissen Passagen runter zieht, bevor man wieder deutlich hasserfüllter voran schreitet.
Vom Fleck weg deutlich straighter und eingängiger poliert man uns mit „Keine Heilung“ die Fresse. Speediger Kracher zum Durchdrehen. Rohe Soundbrocken vereint man zwar erneut mit einigem aus dem Melodieeck, dennoch regiert die pure, raue Härte fast komplett das Geschehen. Druckvoll und äußerst modern pfeffert man dahin und somit weht komplett ein eisiger Sturm vor dem es kein entrinnen gibt.
Noch um Ecken mehr hat man „Gestern“ mit modernen Melodielinien verfeiner. Doch durchaus traditionellere Thrash Roots sind hinzu geflossen und somit steigert man das Hörvergnügen ungemein. Wie eine groovige Dampfwalze macht man sich hier den Weg frei und selbige steigert auch immer wieder das Tempo, bevor man etwas die Bremse ansetzt. Gutes, durchdachtes Wechselspiel, bei dem wieder einmal gelungen Ingredienzien aus dem schroffen, als auch klaren Melodiebereich ins Gefecht geworfen wurden.
Mit einem hymnischen Melodieeingang wird sogleich im Anschluss „Mit meinen Augen“ gestartet. Dennoch entpuppt sich der Song sofort als sehr räudige, wutentbrannte Nummer. Sicher ist das dominante Melodiespiel immer wieder zur Stelle um das Programm etwas besonnener wirken zu lassen. Doch schon agiert man erneut im wutentbrannten, harten Spiel und dabei wird auch ein guter Schuss Groove serviert der das Konzept ungemein erweitert.
Auch das nun folgende „Herbst des Lebens“ wird deutlich hymnischer begonnen, wenn auch wesentlich idyllischer als beim Vorgänger. Diese Linie verfolgt man auch weiterhin, jedoch steuert man sofort wieder härtere Gefilde an. Gut harmonisierend hat man beide Elemente bzw. Techniken aufeinander abgestimmt. Somit ist eine gut fusionierende Mischform entstanden die zu beeindrucken weiß. Im Refrainteil greift man den hymnischen Faktor etwas stärker auf und somit kann man in diesen Passagen lauthals mit grölen was die Kehle hergibt.
Wie eine Abrissbirne bolzt man das kurze „Langsam“ auf uns los. Was hier langsam sein soll weiß ich nicht. Eher im Gegenteil das Stück müsste einen anderen Namen bekommen, nämlich schroff und schnell oder so.
„Dunkle Schatten“ brettert wie es der Titel schon sagt sehr tiefschwarz daher. Dunkle Soundfragmente hat man mit teils hymnischen Melodien angereichert, doch auch groovige, als auch bretternde Härte kommt nicht zu knapp zum Einsatz. Farbenprächtige Nummer die durch ihre raue – rotzige Spielweise bis tief unter die Haut geht.
Mit einer gut durchdachten Death n‘ Roll Geschichte setzt man sogleich mit „Schwarzer Tag“ nach. Beißende Riffs aus dem Genre werden mit dunklen Melodien unterwandert. Der Thrash ist zwar auch hier ein großer Bestandteil, musste aber dem Death etwas mehr weichen. Druckvoll pfeffert man auch hier eine Abgehrunde runter die auf ein Neues zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Die Hessen Jungs wissen wie man durch gekonnte Einsätze und Erweiterungen immer wieder das Interesse zu wecken vermag.
Ja hallo, mit „Wo Bist Du ?“ knallt man mit einer modernen – groovigen Bretterschlagseite daher die einem schier den Atem raubt. Im räudigen Modern Thrash planiert man sich vorerst den Weg frei, bevor man kurze Melodieblitze in den Vordergrund zerrt. Alles in allem verbleibt man aber fast durchgehend im Bereich mit dem man den Track den Start gewagt hat.
Etwas traditionellere Gefilde sucht man mit „Amok“ auf. Dieser Song kommt mit einem dermaßen knallenden, altbewährten Thrash Feeling daher das es einem die Sicherungen raus knallt. Nichts klingt aber dabei abgelutscht oder tausendmal gehört und das steht für das Potential von Act of Creation.
Komplett wieder mehr in die moderne, als auch verspielte Richtung hat man das Schlusslicht „Diagnose“ hinten angehängt. Sehr traurige Melodielinie mit der man hierbei den Start vom Stapel lässt, bevor man nach diesem wieder etwas eindeutiger einen rauen, wutentbrannten Weg einschlägt.
Fazit: Locker konnten die Burschen ihr Debüt toppen, ja sogar einen drauf legen konnte man. Modernes Death/Thrash Kraftfutter das zu begeistern weiß. Durch viel Einfallsreichtum kann man sich spielend von der großen Anzahl an Nacheiferern und Kopierern in diesem Genre hinweg setzen. Da kann man nur sagen: "Noch mehr bitte und das so schnell wie möglich !

Metal Inside

http://www.metal-inside.de/
von Lars Knackstedt

„Endstation“ heißt das zweite Album der Haiger Thrash Kapelle ACT OF CREATION, ein Titel, wie er unpassender nicht sein könnte für diese Band. Bereits mit dem selbstproduzierten „Secret Memoirs Of A Forced Fate“ konnte man ein ordentliches Brett vorlegen und einigen Staub aufwirbeln, mit dem Nachfolger ist noch einiges mehr drin. Das superfett produzierte Teil knallt von vorne bis hinten und zeigt eine kreative Truppe, die voller Spielwitz und mit viel Mut ohne jegliche stilistische Scheuklappen ihren Weg geht. Dabei ist es anfänglich überraschend, dass man das ganze Album komplett in Deutsch gehalten hat. Rock mit deutschen Texten funktioniert,aber bei Thrash Metal, der sich hier vielleicht ab und an KREATOR orientiert und auch ganz gerne kontrolliert in Death Metal Gefilde abdriftet, war ich zu Beginn eigentlich eher skeptisch. Die anfängliche Skepsis weicht aber relativ schnell, es funktioniert auch hier und das richtig gut. Dabei sind ACT OF CREATION keine Truppe, die lustig irgendeinen plakativen Scheiß ins Mikro plärren, im Gegenteil, die lyrisch dunkel gehaltenen Texte haben viel Tiefgang und verdienen es, dass man sich näher mit Ihnen beschäftigt. Darüber hinaus besticht „Endstation“ mit einer absolut genialen Gitarrenarbeit, die süchtig macht, ganz große Klasse. Als Anspieltipps lege ich dem geneigten Hörer den Titel gebenden, leicht groovigen Opener, das wuchtige „Dunkle Schatten“, das geniale „Wo Bist Du“ und die Übernummer „Herbst Des Lebens“ (mit tollem Gesang der fantastischen Stephanie Nix).
Das ist nicht Endstation hier, das ist der Startschuss. Ein tolles Stück Thrash Metal, zuschlagen !!!

Legacy

http://www.legacy666.de/
von MK

Wer das Debut "Secret Memoirs Of A Forced Fate" der Truppe aus dem Lahn-Dill-Kreis kennt,der wird vom Nachfolger "Endstation" überrascht sein.Sämtlicher Konzept-Ballast wurde über Bord gekippt,was die elf Stücke zu einer kompakten, direkt auf die Zwölf zielenden und durchaus eigenständigen Einheit verschmelzen lässt. Gleichzeitig hat die Band die englischen Texte verworfen und unserer Landessprache den Einzug ermöglicht,was man insbesondere im Bereich der härteren Gangart nicht allzu häufig findet.Der kalte,klare Klang des Deutschen unterstreicht die härtere Ausrichtung des Materials noch weiter.Schon der titelgebende Opener "Endstation" beweist,dass diese Verbindung hervorragend funktioniert.Grooviger Thrash trifft auf melodischen Death Metal.Auch "Gestern" und das düstere "Mit Meinen Augen" stehen in dieser Tradition. Die beiden rasenden Melo-Death-Brocken "Dunkle Schatten" und "Keine Heilung" sorgen für einen gehörigen Anstieg auf der Geschwindigkeitsskala. Das in feinster Amon Amarth - Manier schwer in den Magen drückende "Herbst Des Lebens" avanciert mit dem tollem Gastgesang von Stefanie Nix zum Höhepunkt des Albums,welches mit dem befremdlichen "Diagnose Tod" seinen Abschluss findet. Der Schritt zu den eingangs erwähnten Veränderungen war mutig, erweisen sich im Resultat aber als folgerichtig. Natürlich bedarf es an einigen Stellen noch an etwas mehr Reife.Vor allem auf etwas mehr Abwechslung im Gesang sollte Wert gelegt werden.
Die Weichen sind korrekt gestellt und der neue Weg sollte unbedingt fortgesetzt werden.

New Metal Media

http://www.new-metal-media.de/
von Ron

Die Band "Act of Creation" wurde 2007 gegründet und bringt mit Endstation bereits ihr zweites Album raus. Der Stil der Band ist Death/Thrash Metal, was man auch deutlich an den 11 Stücken der neuen Scheibe hört. Die Haigerer Mannen bringen in ihrem neuem Album einen fetten deutschsprachigen Death / Thrash Sound rüber, die Songs sind gut eingespielt und der Klang der Produktion ist sehr ausgewogen, alles in allem werden die Stücke nicht langweilig oder klingen gar abgedroschen. Was mir an den Songs besonders gefällt, ist das die Text sich rund um die Abgründe der menschlichen Seele drehen, vom Zerfall der mit dem Alter einhergeht oder um die Ängste bei einer Depression wie in " Schwarzer Tag". Die Songs sind wirklich klasse und heben sich von so manchem Death Einheitsbrei deutlich ab.
Eine sehr gelungene CD, welche direkt über die myspace Seite oder die Homepage der Band bezogen werden kann und in jede gepflegte Death/Thrash Metal Sammlung gehört !

Possessed Magazin

www.possessed.ghul.org/
von Meden

Hm, ja, Carsten war so frei mir die gerade fertig gestellte CD seiner Band ACT OF CREATION zukommen zu lassen. Zum Glück verzichtete er darauf diese via Downloadlink zu senden.Dieser wäre erstmal in meinem Datennirvana gelandet, was schade gewesen wäre denn das Zeug hat es echt in sich. Nachdem E 605 nicht mehr war, wurde ja bekanntlicherweise von Carsten Schluch ACT OF CREATION gegründet. Es wurde gleich eine Full Length namens “Secret Memories Of A Forced Fate” aufgenommen, die recht gute Kritiken bekommen hat. Diesen damals eingeschlagenen Weg führt man jetzt noch intensiver fort. Die Songs werden komplett auf deutsch vorgetragen, da kommt bei mir als Sänger absoluter Neid auf denn mir wurde dieses Glück bis dato versagt. Die Texte sind cool und nicht klischeehaft oder stumpf. Wieder mal ein Beweis dafür das man auch mit der deutschen Sprache so einiges bewegen kann. Die Produktion ist wesentlich druckvoller und auch die Musik konnte noch weiter verbessert werden. Die Vocals werden überwiegend aggressiv, aber dunkel vorgetragen, auch einige Grunzer und vereinzelte Keifer sind mit von der Partie. Klingt geil, denn man kann Jordan dabei auch noch gut verstehen.Weiterhin wird der Thrash mit Death Metal gemischt, wobei der Death Metal Anteil wohl eher am Gesang und vereinzelt am melodischen Gitarrenspiel festgestellt werden kann. Die vorgetragenen Melodien gehen mit der Brutalität der Parts einher. Diese Kombination knallt ordentlich, teilweise schleppend, das Tempo wird aber auch des Öfteren angezogen. Die Burschen sind auf dem richtigen Weg, auch wenn einige Songs noch nicht so richtig zünden, wie z.B.”Langsam” und ” Wo bist Du ?”. Die restlichen Songs wie “Endstation”, “Herbst des Lebens (mit Stephanie Nix”),”Dunkel Schatten” oder “Keine Heilung ( mit Daniel Jacobi)”gehen richtig steil ab. Irgendwie finde ich, das ACT OF CREATION die härtere, logische Fortsetzung von Schweisser sind und das empfinde ich als durchaus positiv. Zu den typisch deutschen Thrashparts ala Sodom gesellen sich aber auch Elemente aus dem Punk und dem Hardcore. Zum Glück nehmen diese nicht die Überhand, sondern werden gekonnt von ihnen mit eingespielt. Geiles Ding, kann ich nur sagen. Das schöne ist, das ACT OF CREATION überwiegend auf dem Punkt kommen und nicht herumdoktoren. Die Riffs sind prägnant und brutal. Einige kommen einem bekannt vor, aber das spielt keine Rolle.
Ich hoffe mal, das jetzt hier noch nicht “Endstation” ist und sie der deutschen Sprache weiterhin mächtig bleiben bzw.diese auch weiter gekonnt einsetzen, denn ich möchte durchaus mehr hören.Gutes Undergroundding!

Burn your Ears

www.burnyourears.de
von Manuel

Vor knapp einem Jahr erst erzählten uns ACT OF CREATION eine musikalische Geschichte mit einem netten Thriller-Plot und schon kommen die nächsten Geschichten aus dem Hause der Hessen. Das letzte Scheibchen konnte man noch bei Nuclear Blast bestellen, doch ein Kommentar zu dieser Tatsache war auch, dass man kein weiteres Label kontaktieren werde. Dementsprechend haben die fleißigen Bienchen alles wieder im Alleingang hergestellt und wollen trotz Untergrundstatus das Ganze – mit Recht – ein bisschen publik machen.
Ein Krankenhaus-Pieps-Ton, tragische Gitarren, und der Anfang der „Endstation" nimmt seinen Lauf. Nicht nur die Songtitel, sondern die gesamten Lyrics sind im Unterschied zu dem Vorgängeralbum auf Deutsch gehalten. Durch das relativ deutliche Shouten und Growlen versteht man meist, worum es geht – um Situationen des Lebens rund um den Tod. Hierbei werden Themen wie unheilbare Krankheit, Amoklauf oder einfach der Alterszerfall durchexerziert. Eingängige Melo-Death-Melodien wie in „Gestern" oder düstere Stakkato-Riffs wie in „Mit Meinen Augen" bringen die dunklen Inhalte gut auf den Punkt, während der Mitgrowlfaktor in letzterem Song bei der wundervollen Zeile „Der Untergang der Menschlichkeit" seinen Höhepunkt erreicht. Der „Herbst Des Lebens" erzählt von einem Wehrmachtssoldat, seinen Taten und seinem späteren Gewissen. Im ersten Moment sind die weiblichen Vocals eine willkommene Erfrischung, obwohl sie auf Dauer mit einer unspektakulären Melodieführung und ein bisschen wenig Ausdrucksstärke nicht groß hervorzuheben sind. Die amüsante Dualität des Songs „Langsam" und seiner Dauer von 42 Sekunden lässt mich beim ersten Hören auf eine Hommage an Grind-Kapellen schließen. Und es macht durchaus Spaß, wie hier im Höchsttempo geknüppelt und gejodelt wird, was das Zeug hält.
Nicht nur die schweren Eingangsriffs von „Schwarzer Tag" zeigen, dass die Aufnahmen dieses Mal deutlich mehr Wumms haben. Dieser Song ist DYING FETUS gewidmet, wobei deren Abrissbirnen nicht wirklich erreicht werden. Mit mehr Druck als beim letzten Mal, vor allem im tiefen Bereich, wird der Sound etwas moderner und brutaler. Ich persönlich empfinde das melodische Shouten, was die Hauptrolle beim Gesang spielt, nach einer halben Stunde als leicht störend, was auch am Aggressionslevel liegen mag. Allerdings geht mit das auch bei Tom Araya so. Daher begrüße ich immer Abwechslung mit tiefem Growling oder heftigem Keifen. „Diagnose Tod – ich werde sterben." Mit einem vielleicht unangebracht, debilen Grinsen lässt sich im Schlusstrack der Chorus ganz gut mitschunkeln. Trotz einiger ansprechender Melodien, bleiben doch noch keine Hits des zeitgemäßen Death-Thrashs im Ohrgewinde hängen. Doch mit derbem Sound und deutschen Texten, die den Gesamtklang noch härter machen, legt die Bande von ACT OF CREATION eine Platte nach, die nichts mit einem romantischen Abend bei Kerzenschein zu tun hat. Viel mehr mit Die-Seele-aus-dem Leib-schreien, Bier und Haareschütteln bzw. Kopfnicken.7/10 Punkten

Metal.de

Seit gut drei Jahren ackert diese Truppe erst durch die Szene, scheint aber überaus gut angenommen zu werden, denn schon für den ersten Gehversuch mit dem Titel "Secret Memoirs of Forced Fate" konnten ACT OF CREATION durchwegs gute Resonanzen einfahren. Von einer herben Mixtur aus Death und Thrash Metal war damals zumeist die Rede und auch für ihr brandneues Werk "Endstation" ist das zutreffend. Der Death Metal-Anteil ist zum Großteil auf die Gitarrenmelodien zurückzuführen, aber auch auf den Gesangsbeitrag von Jordan, der sich zwar zumeist als aggressiver Shouter zeigt, sehr wohl aber auch den Grunzgurgler, wie auch einen, wenn auch eher gemäßigten, Keifer geben kann. Die Oberhand behält aber der Thrash Metal und kommt in ungemein deftiger Variante aus den Boxen, weshalb Brachialität und Aggressivität das Bild über die gesamte Spielzeit über prägen. Dazu versucht sich die Formation an ausschließlich deutschsprachigen Texten und diese Kombination funktioniert auch überraschend gut. Zwar zeigt man sich mitunter - wie in "Mit Meinen Augen" doch eindeutig an den Heroen der deutschen Thrash-Szene orientiert, wodurch mir bei dieser Nummer immer wieder der "Angelripper" in den Sinn kommt, zumeist wirkt aber alles durchaus eigenständig. Beim kurzen, aber brutalen Intermezzo "Langsam" kommt dann auch eine massive Hardcore/Punk-Schlagseite zum Vorschein, nicht übel gemacht und außerdem gewinnt der Vortrag zusätzlich an Abwechslung.
Der Vierer macht seine Sache sehr ordentlich und vermag durchwegs mitzureißen. Durch Gastbeiträge von Daniel Jakobi (LAY DOWN ROTTEN) in "Keine Heilung" und Stefanie Nix in "Herbst Des Lebens" erhält „Endstation“ zusätzliche Farbtupfer und sollte für ACT OF CREATION sicherstellen, dass "Endstation" alles andere, aber keineswegs eine solche sein wird.